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Individualpädagogische Auslandsmaßnahmen
Individualpädagogische Intensivbetreuung in der Türkei
Was sollen wir nur mit diesem Kind machen? Immer häufiger geraten Menschen, die sich in der Jugendhilfe engagieren, an ihre Grenzen. Kinder und Jugendliche mit den schrecklichsten biografischen Erfahrungen lassen sich nicht in bestehende stationäre Angebote integrieren.
Sie sind aggressiv, sozial verwahrlost, werden pädagogisch nicht erreicht. Doch sie haben das Recht auf eine bessere Zukunft.
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Das Projekt
Das Türkei-Projekt des Stiftungsbereichs Jugend und Beruf der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel startete vor drei Jahren. Es bietet Kindern und Jugendlichen, deren soziales Verhalten sehr auffällig ist, die Chance für einen Neubeginn. Herausgelöst aus ihrer bisherigen Umgebung werden die jungen Menschen von deutschen und türkischen Fachkräften in der Türkei individuell betreut und unter- richtet. Es geht darum, ihnen neue Werte und das Gefühl von Vertrauen in Beziehungen zu vermitteln. Zum Team gehören Sozialpädagogen, Lehrer, Psychologen, Therapeuten und Handwerker. Derzeit gibt es 15 Plätze für
Mädchen und Jungen ab zwölf Jahren. Meist dauert ein Aufenthalt rund ein Jahr. Das Projekt ist aber auch als Krisenintervention denkbar, wenn Kinder für einige Wochen eine „Auszeit“ benötigen.

In der Abgeschiedenheit
von kleinen ostanatolischen Bergdörfern lernen die Kinder, in einer Gemeinschaft zu bestehen. Ihr Tagesablauf ist klar geregelt, und es gibt immer viel zu tun: Auf dem Feld helfen, Kaminholz beschaffen, kochen, backen oder Gärten anlegen. Bei allem, was die Jungen und Mädchen tun, ist ein verlässlicher Partner an ihrer Seite rund um die Uhr. Die individuellen Stärken und Entwicklungspotenziale der Kinder und Jugendlichen werden entdeckt und gefördert. Das Leben in einer sehr kleinen Gemeinschaft, fernab vom Fernsehen, von Alkohol und Drogen, hilft dabei, ein Verantwortungsgefühl für das eigene Handeln zu entwickeln und sozial konformes Verhalten zu verinnerlichen.
Wer keinen neuen Anfang wagt,
dem bleibt nur das alte Ende.
Mehr Freiraum
für selbstständiges Handeln und Gestalten der Freizeit bietet das Projekt erst in seiner zweiten Phase. Während vorher jedes Kind oder jeder Jugendliche allein mit seinen Bezugspersonen in Anatolien gelebt hat, können sie nun in kleinen Gruppen in der Umgebung von Antalya zusammen wohnen und gemeinsam in der eigenen Schule unterrichtet werden. Die Kinder sind ruhiger, stabiler und selbstbewusster. Soziale Kompetenzen haben sich so weit verfestigt, dass ein Leben in der Gemeinschaft möglich ist und neue Perspektiven eröffnet werden.
Die Heimkehr
wird intensiv vorbereitet. Gemeinsam mit denJugendlichen und den für sie verantwortlichen Menschen werden individuelle Lösungen entwickelt: Sei es eine Rückführung in die Familie, eine betreute Wohnform oder eine ambulante Betreuung. Der Schulbesuch oder eine berufliche Tätigkeit werden sichergestellt.
Die Kooperationspartner
Bei dem gesamten Projekt gibt es eine gute und intensive Zusammenarbeit mit den türkischen Behörden und den jeweiligen Dorfgemeinschaften. Sie sind bei der Entscheidung über die Aufnahme des Kindes oder Jugendlichen in die örtliche Gemeinschaft maßgeblich beteiligt, um eine stabile Integration zu gewährleisten. In Kooperation mit dem Jugendamt in Antalya betreuen die Jugendlichen aus Deutschland auch türkische körperbehinderte Kinder und kümmern sich um Straßenkinder. Sie lernen, Verantwortung zu tragen und Toleranz zu üben.
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Freundschaft, das ist wie Heimat.
Kurt Tucholsky
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Träger der Maßnahme
„Individualpädagogische Intensivbetreuung in der Türkei“ ist die Jugendhilfe Bethel OWL des Betheler Stiftungsbereichs Jugend und Beruf. Die v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel sind Europas größte diakonische Einrichtung. Ihre Hilfeangebote erstrecken sich mittlerweile auf fünf Bundesländer. Auch in der Jugendhilfe verfügt Bethel über eine lange Tradition. Immer wieder sind neue Hilfekonzepte ausgearbeitet worden, um Kindern und Jugendlichen ein breites und zeitgemäßes Hilfeangebot bieten zu können.
| Projektleitung |
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Michael Eskau |
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Tel.
Fax
mobil
mail
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05241 9027-47
05241 9027-32
0170 2107258
michael.eskau@bethel.de
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